Vertrauen in AI-Coding: Warum der Go-Live-Klick nicht mehr reicht
AI macht Website-Entwicklung günstiger und schneller. Gut. Für Betreiber bleibt die unbequeme Frage: Was ist nach dem Go-Live unbemerkt kaputt?
Dieser Artikel basiert auf einer Notiz aus meinem LinkedIn-Feed. Die These: AI-Coding ist nicht aufzuhalten. Vertrauen entsteht jetzt weniger durch Versprechen und mehr durch unabhängige Checks. Originalpost auf LinkedIn.
Vertrauen war schon vor AI knapp
Wie vertraue ich meiner Agentur? Wie vertraue ich meinem Entwicklerteam? Diese Fragen gab es lange vor AI. „Bitte keine Bugs einbauen.“ hat noch nie funktioniert.
In der Praxis gehen Änderungen schon vor dem Deployment durch viele Schleifen. Code Review. Interne QA. Automatisierte Tests. UAT. Danach kommt trotzdem dieser bekannte Moment: Go-Live, Browser auf, einmal selbst durchklicken.
Am Ende zählt nicht, ob ein Ticket geschlossen ist. Am Ende zählt, ob die Seite für echte Nutzer funktioniert.
Und jetzt kommt AI
Mit AI wird alles schneller. Ein Feature, für das früher ein halber Sprint geplant war, steht plötzlich am Nachmittag. Refactorings werden billiger. Varianten werden ausprobiert, verworfen, neu gebaut.
Du hast vermutlich dieselben Posts über AI Qualität gesehen wie ich: 1,7x mehr Bugs, mehr Logikfehler, 7,6x mehr Performance-Probleme. Ob jede Zahl sauber übertragbar ist, ist fast zweitrangig. Das Muster passt zu dem, was viele Teams erleben.
Trotzdem führt kein realistischer Weg zurück in die nicht-AI-Zeit. Kunden erwarten mehr Output. Agenturen und Produktteams spüren den Druck mehr zu liefern.
Die Frage ist: Was wurde noch berührt?
Ich erlebe das bei Mira selbst. Eine Änderung an Feature A wirkt sich auf andere Bereiche aus. Das ist erstmal gut. Die UI wird konsistenter, Komponenten greifen besser ineinander, das Produkt fühlt sich weniger zusammengesteckt an.
Dann kommt allerdings die Unsicherheit: Waren das alle Auswirkungen? Ist nur der Bereich betroffen, den ich gerade getestet habe? Oder hat die Änderung nebenbei noch ein Formular, einen Checkout-Schritt oder eine mobile Ansicht berührt?
Für Websitebetreiber ist genau das der Punkt. Geschwindigkeit hoch, Fehlerrisiko hoch, Kontrolle bitte trotzdem behalten. Nicht aus Misstrauen gegenüber der Agentur. Eher wie ein Sicherheitsgurt beim schnelleren Auto.
Die alten Schleifen verschwinden nicht
Code Reviews, automatisierte Tests und UAT bleiben wichtig. Eher wichtiger als vorher. Sie müssen nur plötzlich mit einer Entwicklungswelt mithalten, in der mehr Änderungen in kürzerer Zeit entstehen.
Der letzte Check, das letzte UAT und durchklicken kommt inzwischen zu kurz. Es kommt spät, hängt an Einzelpersonen und prüft meistens nur das, woran gerade jemand denkt.
Website-QA braucht deshalb mehr Abstand vom Entwicklungsprozess. Nicht nur: „Build ist grün.“ Sondern: „Kann ein Nutzer den wichtigsten Ablauf noch erfolgreich abschließen?“
Was ich als Betreiber sehen will
Wenn deine Website von einer Agentur oder einem AI-gestützten Team betreut wird, brauchst du keine Anti-AI-Regeln. Du brauchst Kontrollen, die nicht nur aus dem Entwicklungsprozess selbst kommen.
- Welche Nutzer-Journeys gelten als kritisch und werden nach Änderungen geprüft?
- Welche alten Bereiche können von einer neuen Änderung betroffen sein?
- Gibt es einen unabhängigen Check im Browser, nicht nur einen grünen Build?
- Bekomme ich nachvollziehbare Ergebnisse, statt nur „sollte passen“?
Darum baue ich Mira
Willkommen zurück in der Serie: AI ist wahnsinnig und wir bauen uns unser eigenes QA- und Testing-Tool. Das ist Mira, mein eigenes SaaS für Website-QA.
Mira soll Websitebetreibern an genau dieser Stelle Sicherheit geben. Nicht als Ersatz für gute Entwickler oder saubere Agenturprozesse. Mira lernt die Website, prüft wichtige Abläufe, beobachtet Änderungen und meldet Probleme.
Vertrauen in AI-gestützte Entwicklung entsteht nicht dadurch, dass wir wieder langsamer werden. Es entsteht durch einen zweiten Blick, der nicht im gleichen Tunnel steckt.
Häufige Fragen
- Sollten Agenturen und Entwicklerteams auf AI-Coding verzichten?
- Nein. AI-Coding gehört zur Entwicklung dazu. Die bessere Frage ist, wie Teams Qualität prüfen, wenn Änderungen schneller entstehen.
- Warum reichen Code Reviews und automatisierte Tests nicht mehr aus?
- Sie bleiben wichtig, prüfen aber oft aus Sicht des Codes. Websitebetreiber brauchen zusätzlich Checks aus Nutzersicht: Lädt die Seite, funktioniert der Ablauf, ist nichts Wichtiges kaputt?
- Wie hilft Mira bei Vertrauen in AI-gestützte Website-Entwicklung?
- Mira prüft kritische Website-Abläufe in einem separaten QA-Loop und meldet Fehler nach Änderungen. So bekommt schnelle Entwicklung einen zweiten Blick.